Getwitterwolke meets Oscar

Dezember 13, 2010

Ich habe mich letztens mal hingesetzt, und Oscar, einen bekannten DJ und Produzenten aus Berlin um ein Interview gebeten. Um den nochmal vorzubeugen, dass Oscar einige vielleicht nicht kennen würden, möchte ich noch einmal darauf hinweisen, dass sein Release ‚Charlotte‘ 2010 in beachtlich vielen und vorallem in Sets von namenhaften DJs wiedergefunden werden kann. Doch um Oscars Sound genau erfassen zu können, sollte man sich ein aktuelles Set von ihm anhören:

Hier nun das Interview:

Zuerst würde ich dich bitten, dich kurz vorzustellen. Wo kommst du her und wer bist du eigentlich?

Ich bin ein DJ / Produzent und Labelowner aus Berlin.

Wie definierst du deinen Sound? Was macht ihn aus?

Meinen Sound würde ich als ultra-funktionalen Techhouse mit Disco-Appeal beschreiben.

Seit wann bist du nun im Geschäft?

Meinen ersten offiziellen DJ Gig hatte ich im Alter von 16 Jahren. Das war 1994 im Jugendclub meiner Heimatstadt Haldensleben (Lost in Space Rave).

Welche Technik nutzt du bei deinen Gigs?

Zurzeit spiele ich mit Traktor und Vinyl. Dabei nutze ich einen alten Faderfox Midi-Controller, der tut’s noch eine Weile. Fürs nächste Jahr plane ich aber eventuell einen Umstieg auf den neuen S4.

Warum denkst du, mögen die Menschen deine Musik?

Also denken tue ich das so eigentlich nicht. Ich merke es aber an dem Feedback was ich bekomme. Ob es nun bei den Gigs ist oder anhand der Kommentare bei Soundcloud, Facebook oder Promote-Records. Ich bin über jedes Feedback dankbar, Hauptsache konstruktiv.

Wo siehst du dich in 10 Jahren?

Über so einen großen Zeitraum mache ich mir eigentlich keine Gedanken. Hoffe aber, dass ich in 10 Jahren immer noch mein Ding machen kann.

Wie bist du eigentlich dazu gekommen, dich als DJ zu versuchen?

Die elektronische Musik hat mich schon in frühester Jugend berührt. Anfang der 90er gab es ja nur wenig Informationsquellen oder andere DJs in meiner Nähe. Da hieß es also: lerning by doing. So fing ich mit alten RFT Plattenspielern an, das mixen zu lernen. Habe damals auch mein letztes Hemd für Platten verkauft.

Hast du Vorbilder in der Branche, wenn ja welche?

Helden sollte jeder haben. Meine sind Mike Ink, Omar S, Tevo Howard, Robert Hood und Spiderman.

Gibt es da einen Lieblingstrack für dich, den du am liebsten immer und immer wieder spielen würdest?

Oh…also wenn ich jetzt nur einen nennen darf, wird es echt schwer. Die ganzen Maurizio/Basic Channel Releases sind zeitlos. Ebenso Studio 1 und natürlich alles von Robert Hood. Aus diesem Jahr ist mein absolutes Highlight „Rue Burnout“ von DJ Koze.

Erzähl doch mal, gibt es etwas, was dir in der Branche ziemlich gegen den Strich geht?

Früher hätte ich jetzt viel erzählen können, aber mittlerweile bin ich da entspannt und konzentriere mich auf meine Musik.

Ich wurde auf dich aufmerksam, als ich deinen Track ‚Charlotte‘ zum ersten mal gehört habe. So ging es sicherlich vielen anderen auch. Wie kam es denn eigentlich zu diesem Dauerbrenner in den Sets vieler House-DJs?

Ursprünglich wollte ich den Track nicht veröffentlichen. Das Gerüst lag schon eine Weile rum, aber irgendwie klang es nicht rund und die zündende Idee kam einfach nicht. Letztendlich habe ich mich aber doch zur Fertigstellung durchgerungen und das Demo an Damm-Records geschickt. Die Jungs haben den Song auch direkt veröffentlicht, obwohl sie nicht gleich das Hit-Potential erkannten und ihn nur auf die A2 packten. Aber mir ging es auch nicht anders. Hätte nicht damit gerechnet, dass sich Charlotte zu einem solchen Dauerbrenner entwickelt.

Dann steht ja demnächst das Release ‚Lebkuchenherz‘ auf der ‚Bald nun ist Weihnachtszeit‘-EP von Lordag an. Was gefällt dir jedes Jahr aufs Neue an Weihnachten?

Neben der Lebkuchenherz kommt kurz vor Weihnachten noch ein weiterer Track von mir raus (Eulenspiegel auf KarateKlub). Ein produktiver Monat also.😉 Der Renè Bourgeois kam Anfang Oktober mit der Idee zu mir ins Büro, doch mal eine Weihnachtsplatte zu machen. Andere Labels waren für die Idee nicht offen, aber ich fand das direkt gut. Somit haben noch Marco Fender und ich einen Track beigesteuert und schon ging‘s ab ins Presswerk.

Kann man dich in dieser kalten Jahreszeit denn noch irgendwo live erleben, oder gibts bei dir soetwas wie eine Winterpause?

Jederzeit und immer! Aktuelle Dates gibt’s auf meiner Website: http://www.djoscar.de Ich komme auch bei Schneesturm.

Nun verbindet man mit dir ja auch den Karateklub. Was hat es denn damit genau auf sich?

KarateKlub Recordings ist neben Lordag mein Label. Im Dezember (21.12.) feiern wir unser 6-jähriges Bestehen zusammen mit dem 40. Release im M.I.K.Z.-Club in Berlin. Da bin ich wirklich stolz drauf, das schafft nicht jedes Label. Wird bestimmt ein rauschendes Fest mit Marc Miroir, Jenn und den Pornbugs. Auf dem Jubiläums-Release gibt es neben einem Track von Mihalis Safras auch frisches Futter von mir.

In der Debatte Vinyl vs MP3, welche Partei würdest du ergreifen? Wie stehst du zum guten alten Vinyl?

Jetzt habe ich doch noch ein Thema gefunden, was mir gegen den Strich geht. Nämlich genau dieses.😉 Es geht um Musik! Jeder so, wie er mag.

Blicken wir doch mal auf das Jahr zurück. Welche Eindrücke hast du von 2010 erhaschen können?

Für mich persönlich war 2010 ein tolles Jahr. Ich hatte eine Menge schöner Gigs unter anderem in Bolivien, aber auch in meiner alten Magdeburger Heimat. Meinen Sound konnte ich weiterentwickeln und die Verkäufe auf dem Musikmarkt blieben halbwegs konstant. Meine Tracks „Charlotte“, „Africanism“ und „Discoschleife“ liefen bzw. laufen sehr erfolgreich in den Clubs. Auf geht’s, 2011!

Was wird deine Fans denn 2011 erwarten? Ist denn schon etwas geplant?

Nach Silvester werden kurz die Wunden geleckt und dann geht‘s im Januar gleich weiter. Auf Tape Select Records steht die 003 an, zwei fette Tracks liegen da schon in der Pipeline. Danach kommen Releases auf dem Dresdner Label Mooose und dem Nürnberger Beatwax Imprint vom Homebase. Eine neue Lordag ist auch gerade in Planung, sowie ein Remix für Leigh Johnson (Multichannel) – da geht also einiges!

Als letztes wüsste ich dann gerne noch von dir, ob du das DJ eher als Berufung oder doch schon als Beruf ansiehst?

Ist ne komische Frage. Ich sehe das DJ-Ding als ein Teil von mir. Also eher eine Frage der Leidenschaft.😉

Hier gehts zu Oscars Webpräsenz.
Hier gehts zu Oscar bei Soundcloud.
Hier gehts zu Lordag Records auf Myspace.

Eine Antwort to “Getwitterwolke meets Oscar”

  1. Sat Anlage Says:

    awesome blog, do you have twitter or facebook? i will bookmark this page thanks. jasmin holzbauer


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