Wenn ich du wäre…

Juni 5, 2010

Kennt ihr diesen Spruch nicht auch? Verdammtes MTV! Nur wegen dieses einen Satzes fühlt man sich gleich wieder jung, denn spontan kommt die Idee, dem Gegenüber zu sagen: „Wenn ich du wäre, würde ich jetzt in den Musikkurs reinplatzen und fragen ob, nennen wir in mal Kevin, raus, spielen kommen kann. Prompt sitzt man in der Falle, findet es witzig, und tut es. Doch damit beginnt erst das Spiel, denn nun heißt es sich neue Opfer in der Stadt zu suchen. 5 junge Erwachsene, die sich wieder jung fühlen wollen, stolzieren also in die Stadt um ihren Spaß auf Kosten anderer zu haben. Nun, daran ist ja nichts verwerflich, also wird schnell noch die Regel aufgestellt, dass wir niemand anderen schaden wollen. Gut, 3 Stunden Langeweile wären definitiv schlimmer gewesen. Das Jungfühlen auf dem Spielplatz mit dem Bier in der Hand, klappt dann irgendwann auch nicht mehr, selbst „Mensch-auf-Erden“ versagt eines Tages. Doch kommen wir nun zurück, zu den fünf Junggebliebenen. Sie ziehen zusammen los, um Spaß zu haben. Just for Fun. Vor der Feuerwehr bleibt man plötzlich stehen, denn man sieht schon den nächsten Streich. Ein Feuerwehrmann auf einer Leiter, der gerade Klar Schiff macht. Und davor ein fahrbares Reinigungsfahrzeug. 2 Griffe sind auch dran. Dann heißt es schnell mal: „Wenn ich du wäre, würde ich mich vor das Fahrzeug stellen und so tun, als ob es ein Mottorrrad wäre und Gas geben.“ Gesagt, getan. Also stolziert der Auserwählte auf das besagte Fahrzeug zu, packt es und lässt lauthals das typische Motorenbrummen seiner Stimme erklingen. Die verbliebenen vier kriegen sich vor lachen gar nicht emhr ein, während der Glückliche sich schleunigst vom Ort des Geschehens zurückzieht. Der Feuerwehrmann war wohl leicht irritiert.
Doch das sollte nicht der Höhepunkt gewesen sein. Denn nun geht es erst in die Stadt. Genauer gesagt zu Edeka, einem Discountmarkt. Eigentlich in der Absicht das tägliche Freistundenbier zu kaufen, schlägt man sich die Idee aus dem Kopf, holt sich aber dennoch seine Energyshots und 5Gums und verlässt den Markt. Warum haben die 5 nun das Bier vergessen? Das kann ich auch nicht beantworten, womöglich drägnte die Zeit, egal. Denn nun kauft man sich eine Zeitung, drückt sie jemandem mit den Worten „Wenn ich du wäre, würde ich an jemanden vorbeigehen und ihm diese leicht über den Allerwertesten ziehen“ in die Hand und schaut grinsend und selbstbewusst drein. Denn der erstbeste und womöglich auch älteste Passant der gefunden wurde, wurde zum Opfer, da geht er also dahin und schlendert an dem alten Mann vorbei. Plötzlich holt der Auserwählte leicht aus und gibt dem Mann einen dezenten Stups. Danach schlendert man einfach weiter, bis der Mann endlich auch mal merkt, was da gerade passiert ist und ganze 2 Minuten fassungslos auf den langsam dahinziehenden Zeitungsträger schaut. Anschließend stellten die fünf sich in einer Reihe auf und feuerten irgendwelche Passanten an, sie sollen doch schneller laufen, Laola-Welle mitinbegriffen. Plötzlich sieht man eine Schaufensterpuppe, noch bevor man etwas sagen kann, ertönen die Worte „Wenn ich du wäre, würde ich ein Foto von mir und er Puppe machen lassen.“ Ok das witzige daran war wohl eher die Tatsache, dass es eine ältere Frau ernst genommen hat und ohne Fragen zu stellen das Foto geschossen hat. Anschließend ging es zum Bäcker, weil irgendjemand Hunger hatte. Was kann man mit einem Brötchen alles so machen? Eine Möglichket wäre, es zu essen, die andere hingegen, es einem Passanten anzubieten. Das klingt gut, wird also in die Tat umgesetzt. Ein Passant ist schnell gefunden und schon lockt man ihn: „Na willst du das Brötchen, ja willst du es? – Dann hol es dir!“ und wirft es mit einem hohen Bogen zu seinem Partner, der plötzlich mit dem Brötchen grundlos davonsprintet.
Nun musste aber eine bessere Idee her. Kippen beim Fidschi kaufen? Das ist nicht lustig. Einen Döner kaufen? Das ist auch nicht lustig. Aber Sonnenbrillen kaufen und dann Geheimagent spielen ist lustig. Also werden die unstylischsten Sonnenbrillen, die jemals produziert wurden, gekauft und eine Zielperson bestimmt. Nun gab es kein „Wenn ich du wäre…“ mehr, nun wurde in der Gruppe operiert. Drei der fünf kauften sich also eine Sonnenbrille und verteilten sich in der Menschenmenge. Eine Zielperson war schnell gefunden. Eine Frau mit einem verdächtigen Koffer. Agent 1 folgte unauffällig der Zielperson. Agent 2 schloss sich diesem kurz darauf an. Als die Zielperson auch Agent 3s Weg kreuzte, wurde die Frau schlussendlich von 3 Typen mit Sonnenbrille verfolgt. Die Operation konnte beginnen. Es folgten Floskeln wie: „Habe Zielperson gesichtet, nehme nun Verfolgung auf“ oder „Zielperson hat einen verdächtigen Koffer bei sich, es könnte eine Bombe sein, ich wiederhole, eine Bombe!“. Diese wurden von der Zielperson jedoch bemerkt und mit einem „Ist die Matrix ausgebrochen“ gekontert. Doch trotz des Auffliegens der Mission, wurde sie nicht unterbrochen. Viele viele Meter weiter musste die Zielperson aus einem unergründlichem Grund anfangen zu lachen. Das war offenbar das Zeichen für einen Partner, der sich in Sicherheit befand, die Verfolger außer Gefecht zu setzen. Ab diesem Punkt wurde die Mission zu gefährlich und abgebrochen.
Nun war man aber wirklich mit dem Latein am Ende. Aber einer geht ja bekanntlich noch. Also setzt sich einer der fünf neben eine ältere Frau auf die Bank, tut ganz ängstlich und fragt die Frau dezent, ob sie nicht mal nach links schauen könne, da man der festen Überzeugung ist, man werde von 4 Typen verfolgt. Prompt tut die gutgläubige alte Frau das gesagte und muss dies bejahen. In einem kurzen Gespräch versucht sie dich aufzubauen, dass es viele Typen auf der Welt gäbe, die einem verfolgten. Doch plötzlich kommt es zur Eskalation. Einer aus der Gruppe entfernt sich und geht auf den Auserwählten auf der Bank zu und pöbelt ihn an, warum er seine Freundin angemacht hätte. Natürlich bekommt die alte Frau alles mit und holt schon aus, um dem Rüpel eine zu verpassen. Da kommt ein zweiter von Hinten und packt den Auserwählten auf der Bank und schleift ihn davon. Ein Lachanfall aller fünf ist nicht zu vermeiden und so flüchten alle zügig, denn die Frau beginnt die Verfolgung aufzunehmen. Zivilcourage wäre im Ernstfall also vorhanden gewesen, darüber haben sich die fünf schon sehr gewundert.
Nun scheinen aber die Ideen auszugehen, also beginnt man sich 20 Meter auseinander aufzustellen und einfach draufloszugehen. Ganz langsam. Bis man eine alte Frau mit Tasche sieht und ihr die Worte „Auf die Tasche würde ich aufpassen“ entgegenwirft. Die Frau reagiert natürlich konfus darauf und geht weiter. Der zweite aus der Reihe trifft schließlich auch auf die ältere Frau und es kommt zum unausweichlichem. Er sagt zu ihr: „Auf die Tasche würde ich aufpassen!“ Nun wundert die Frau sich natürlich aber geht immer noch weiter. Bis auch der dritte auf die Frau trifft und die magischen Worte sagt, so geht das nun bis zum letzten weiter. Am Ende umschlingt die Frau natürlich ihre Tasche und weiß nicht, wie ihr geschah. Schließlich gehen aber auch Freistunden vorbei und man begibt sich auf den Weg zum Unterricht. Natürlich läuft man da auch über einen Parkplatz, auf dessen ein grimmiger mann steht und telefoniert. Plötzlich stellt sich einer aus der Gruppe daneben, mit dem Handy am Ohr und imitiert den grimmigblickenden Mann. Dieser merkt es natürlich nicht sofort, bis man sich immer weiter annähert. Dann beginnt auch der Mann zu verstehen, was da gerade geschieht und versucht den Imitator mit den Worten „Hau ab, du Orsch!“ in die Flucht zu schalgen. Dieser bekommt jedoch einen lachanfall und muss notgedrungen von den anderen vieren ersteinmal gestützt werden. Natürlich waren noch ein haufen anderer Scherze, wie Äpfel an Passanten verkaufen, oder beim Bäcker mit Pfandflaschen bezahlen dabei, die jedoch niemals so einschlugen wie die oben genannten.
So ging also ein langweiliger Tag mit humorvoller Freizeit zu Ende. Endlich konnte man den stress mal vergessen und sich wieder jung fühlen. Kindischw ar es ja, aber wer sehnt sich nicht danach, wieder sorglos zu sein?

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