Rückkehr des Genralfeldmarschalls – Eine Textanalyse

April 13, 2010

Soeben fiel mir wieder das Lied „Fredericus Rex“ der Band Landser in die Hände. Nun, man weiß ja welchen Standpunkt Landser vertritt, jedoch habe ich mir mal den Text genauer angeschaut, dort heißt es:

In Berlin unter den Linden, da steht ein Monument (1),
Von unserm großen König Friedrich, den jeder gute Deutsche kennt.
Wie oft bin ich dort gewesen, bei Regen und Sonnenschein.
Und da fiel’n mir immer wieder, die schönen Worte ein:

Großer Friedrich, steig hernieder, und regiere Preußen wieder (2).
Hilf‘ mit deiner starken Hand, unserm armen Vaterland.
Großer Friedrich, steig hernieder, und regiere Preußen wieder.
Lass‘ in diesen miesen Zeiten, den Bundeskanzler weiterreiten.

Friedrichs‘ alten Generäle, ach wie brauchten wir sie jetzt.
Wo man unser Volk verleumdet, gegen uns’re Wehrmacht (3) hetzt.
Gemein Seintlitz hoch zu Pferde, die ganze Bande machte kusch.
Und dann rauf auf das Gesindel, ja wir die einst siegten aus dem Busch (4).

Großer Friedrich, steig hernieder, und regiere Preußen wieder.
Hilf‘ mit deiner starken Hand, unserm armen Vaterland.
Großer Friedrich, steig hernieder, und regiere Preußen wieder.
Lass‘ in diesen miesen Zeiten, den Scharping auf den Balkan reiten.

Dann gibt’s Heulen und Zähne klammern, für das ganze Lumpenpack.
Dann ist Schluss mit „Tischlein deck‘ dich“, da gibt’s „Knüppel aus dem Sack“ (5)!
Das sind die Haderlumpen, die das Vaterland verkaufen.
Fredericus gib‘ die Order, die Kerle soll’n Spießrutenlaufen!

Großer Friedrich, steig hernieder, und regiere Preußen wieder.
Hilf‘ mit deiner starken Hand, unserm armen Vaterland.
Großer Friedrich, steig hernieder, und regiere Preußen wieder.
Alle deutschen steh’n bereit, für Preußens alte Herrlichkeit.

Großer Friedrich, steig hernieder, und regiere Preußen wieder.
Hilf‘ mit deiner starken Hand, unserm armen Vaterland.
Großer Friedrich, steig hernieder, und regier Preußen wieder.
Lass‘ in diesen miesen Zeiten, das ganze Pack zum Teufel reiten.

Bemerkungen:

  1. Das Monument unter den Linden stellt das Reiterbild Friedrichs dar:
    Monument
  2. Friedrich II. der Große lebte von 1712 bis 1786 und war seit 1740 König in Preußen und ab 1772 von Preußen. Als Kurfürst von Brandenburg war er auch Erzkämmerer des Heiligen Römischen Reiches. Während des 7-jährigen Krieges behauptete er sich gegen 3 Großmächte Europas und erlangte so stark an Anerkennung.
  3. Der Begriff Wehrmacht bezeichnet die Streitkräfte im nationalsozialistischen Deutschland. Dieser Begriff stellt den einzigen Bezug zum Nationalsozialismus dar.
  4. Hierbei spielen sie offensichtlich auf die Schlacht im Teutoburger Wald im Jahre 9 n. Chr. an. Damals erlitten drei römische Legionen samt Hilfstruppen und Tross unter Publius Quinctilius Varus eine vernichtende Niederlage gegen ein germanisches Heer unter Führung des Arminius, eines Fürsten der Cherusker. Das Römische Heer war stark bewaffnet, und doch konnten die Germanen, mit ihren primitiven Waffen die römische Armee besiegen.
  5. Hierbei handelt es sich um das Märchen Tischchen deck dich, Goldesel und Knüppel aus dem Sack der Gebrüder Grimm.

Hauptsächlich handelt das Lied also vom Staat Preußen und seine Zugehörigkeit zur deutschen Kultur. Preußen war ein mächtiger staat und dehnte sich häufig in der Geschichte aus. Schließlich, nach dem ersten Weltkrieg dankte unser letzter deutscher Kaiser auch als König von Preußen ab. Der freistaat Preußen war geboren, bis Hitler kam und Hermann Göring als Innenminister Preußens einsetzte. Preußen war wieder Teil des deutschen Reiches.

Mit diesem Kontrollratsgesetz Nr. 46 beschloss der Alliierte Kontrollrat formell die Auflösung des verbliebenen preußischen Staates, mit der Begründung, er sei ein „Träger des Militarismus und der Reaktion in Deutschland“ und damit für den Ersten und Zweiten Weltkrieg verantwortlich gewesen.

Das war nun das Ende Preußens nach dem 2. Weltkrieg und sollte bis heute gelten. Ob es jemals wieder ein Preußen geben wird, glaube ich nicht. Wünschenswert wäre es, da Preußen der deutschen geschichte, wie schon erwähnt, große militärische und auch wirtschaftliche Siege brachte.
Einen Bezug zum Nationalsozialismus muss ich hierbei strikt abwehren. Dieses Missverständnis aufzuklären, empfinde ich als sehr wichtig, da man als deutscher Bürger, die Geschichte richtig kennen sollte.

Wer das Lied ebenfalls mal hören möchte, um sich selbst ein Bild davon zu machen, der folge diesem Youtubelink.

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3 Antworten to “Rückkehr des Genralfeldmarschalls – Eine Textanalyse”

  1. Emil Says:

    Vielleicht liest es ja noch jemand… Unter (4) wird eindeutig Reitergeneral Zieten, auch bekannt als „Zieten aus dem Busch“ , gemeint sein. Bei Unkenntnis hilft google gerne weiter 😉

    MfG


    • Meinst du folgende Stelle?

      […]ja wir die einst siegten aus dem Busch[…]?

      Wenn du diese Stelle meinst, die bezieht sich auf die Schlacht im Teutoburger Wald im Jahre 9. n.Chr. Dort siegten nämlich die Germanen mit ihren primitiven Waffen gegen die Römer mit ihren Speeren und Lanzen und Schwertern und Schilden.

      • Emil Says:

        Hallo, genau die meinte ich. Allerdings heißt es dort korrekt: „…wie einst Zieten aus dem Busch!“
        Ohne die Band Landser oder ihre Anschauung in irgendeiner Weise zu befürworten, möchte ich hier dennoch oder gerade deshalb, eine Lanze für Friedrich den Großen und seinen berühmten Reitergeneral Hans Joachim von Zieten brechen.

        Denn wer für Preußen steht, steht gegen Nazis!

        Gruß


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