Kritik einer ganzen Branche – Jud Süß

Februar 18, 2010

Jud Süß ist ein deutscher Spielfilm von Veit Harlan aus dem Jahr 1940. Das von den Nationalsozialisten in Auftrag gegebene und als antisemitischer Propagandafilm konzipierte Werk ist scheinbar an die historische Figur des Joseph Süß Oppenheimer (1698–1738) angelehnt, die Erzählung entspricht jedoch nicht den überlieferten Quellen, die im Landesarchiv Baden-Württemberg verwaltet werden. Mittels der gezielt negativen Darstellung Oppenheimers sollte der Film das Judentum allgemein diskreditieren und den zeitgenössischen Zuschauer auf weitergehende Verfolgungen der Juden vorbereiten.

Protagonist des Films ist Joseph Süß Oppenheimer, ein jüdischer Finanzbeamter, der wohl im Februar 1698 in Heidelberg geboren und am 4. Februar 1738 in Stuttgart hingerichtet wurde. Süß Oppenheimer wurde 1733 Geheimer Finanzrat unter Herzog Karl Alexander von Württemberg.

Oppenheimer, der im Film deutlich mephistophelische Züge trägt, erlangt durch Zuwendungen die Gunst des Herzogs und überredet diesen zu immer weiterer Untreue gegenüber seinem Volk zu Gunsten seines eigenen luxuriösen Hofstaates. Zur Rückzahlung der angehäuften Schulden erhält Oppenheimer zunächst das Recht, Straßenzoll zu erheben. Diesen führt er ohne Zustimmung der Stände ein. Die Opposition gegen den Herzog konzentriert sich deshalb auf Joseph Süß Oppenheimer, dem Verfassungsbruch und persönliche Bereicherung im Amt vorgeworfen werden. Oppenheimer treibt den Herzog zum Widerstand gegen die Stände an. Er rät ihm zur gewaltsamen Niederschlagung der drohenden Revolution.

Oppenheimer versucht immer wieder, sich der als „arisch“ gezeichneten Dorothea zu bemächtigen. Während ihr Mann, der zu den Gegnern des Herzogs gehört, im Auftrag von Oppenheimer gefoltert wird, vergewaltigt Oppenheimer Dorothea. Sie begeht daraufhin Suizid. Ihr Ehemann birgt ihren Leichnam aus dem Fluss. Es kommt zum Aufstand.

Nach dem plötzlichen Tod des Herzogs wird Oppenheimer verhaftet. Er wird wegen des Geschlechtsverkehrs mit einer Christin zum Tode verurteilt.

Am Schluss des Films wird der um sein Leben bettelnde Oppenheimer gehenkt. Propagandaminister Joseph Goebbels hat auf dieser Version des Endes bestanden, um Oppenheimer elender und nicht heroisch darzustellen. In einer anderen Fassung ergibt sich der Verurteilte stoisch in sein Schicksal.

Das schreibt Wikipedia. Durch einige Kontakte bin ich vor einiger Zeit ebenfalls an diesen Film gekommen, und er wirkte ganz anders auf mich, als ich es erwartet habe. Veit Harlan war meines Wissens nach ein sehr angesehener Regisseur der Nationalsozialisten und 1940 war natürlich die Technik noch nicht so weit, wie heute. Schwarz/weiß und schlechte Qualität ist da keine Seltenheit. Von der Handlung her war natürlich auch wenig Spannung drin, ist eben blöd, wenn man Action gewohnt ist, und das Setting, also die Zeit, in der der Film spielt ist auch eher langweilig, wesshalb ich dem Verlauf nicht wirklich mit Spannung gefolgt bin. Was ich hingegen erkannt ahbe, waren die vielen Anspielungen und Klischees, die die Juden damals als Gefahr für die arische Gesellschaft darstellten. Doch nichts anderes war das ziel des Filmes, denn er sollte die Rassenideologie im deutschen Reich verstärken. Antisemitismus sollte zur Tagesordnung werden. Jud Süß stellt einen reinen Propagandafilm dar, der geschichtsfälschend ist. Damit stand er hingegen nicht alleine, denn das Propagandaorgan der Nazis wusste sich schon der Filmindustrie zu helfen und so folgten noch unzählige weitere Propagandaverfilmungen. Meine persönliche Meinung zum Film ist eigentlich geteilt, denn zum einen verstehe ich die Propaganda, jedoch sehe ich es nun auch nicht so schlimm an, nachdem gemessen, wie es im dritten Reich zu ging.

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