Nationalstolz 2 – Der Weg zur Nationalhymne

Februar 1, 2010

In diesem Teil möchte ich den Irrtum um die 3. Strophe des Deutschlandliedes aufdecken. Hierzu erzähle ich euch ersteinmal, wie es zu einer Nationalhymne kam:

Als 1871 nach dem Sieg über Frankreich das Deutsche Kaiserreich entstanden war, wurde die Hymne des preußischen Königs Heil dir im Siegerkranz auch Hymne des Deutschen Kaisers. Dessen Melodie stammt aus der Nationalhymne Britanniens, God save the Queen. Jedoch war es noch keine Nationalhymne, es war lediglich die Kaiserhymne.
Im 1. Weltkrieg wurden dann vermehrt patriotische Lieder gesungen, die auch zu Propagandazwecken umgedichtet wurden.
1922, zur Zeit der Weimarer Republik, erklärte Reichspräsident Friedrich Ebert das Deutschlandlied, geschrieben von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, mit allen drei Strophen zur Nationalhymne des Deutschen Reichs. Dies geschah nach Abschluss der Pariser Vorortverträge, die von Deutschland und Deutschösterreich die Abtretung von in der ersten Strophe genannten Randgebieten verlangten und die Vereinigung der beiden deutschsprachigen Länder verboten. Daher wird die Hymne, in erster Linie von Anhängern des rechten politischen Spektrums interpretiert.

Im Dritten Reich wurde nur noch die erste Strophe gesungen, direkt gefolgt vom Horst-Wessel-Lied, die zusammen anstelle einer einheitlichen Hymne genutzt wurden.

Nach dem 2. Weltkrieg gab es in der BRD ersteinmal keine Nationalhymne.
Für das diplomatische Protokoll wurde aber eine offizielle Hymne benötigt. Bundeskanzler Konrad Adenauer empfand es als peinlich, dass zum Beispiel bei einem deutsch-belgischen Fußballspiel in Köln nach der belgischen Hymne der Karnevalsschlager „Wir sind die Eingeborenen von Trizonesien“ gespielt wurde; er selbst war bei einem Staatsbesuch in Chicago mit „Heidewitzka, Herr Kapitän“ empfangen worden, das ebenfalls von dem Krätzchensänger Karl Berbuer stammte. Im April 1950 forderte Adenauer bei seinem ersten Besuch als Kanzler in Berlin seine Zuhörer im Titania-Palast dazu auf, die dritte Strophe des Deutschlandliedes zu singen. Damit löste er hingegen einen Skadal aus, doch er begründete dies damit, dass im 3. Reich die 3. Strophe verboten war zu singen.

Nun, heute ist das Lied der Deutschen nicht mehr die Nationalhymne der Bundesrepublik Deutschlands, sondern nur dessen 3. Strophe. Verboten jedoch zu singen ist das Deutschlandlied auch nicht. Wem es also mal nach „Deutschland, Deutschland über alles“ ist, der kann getrost losträllern, denn es klingt immernoch besser als „ich muss durch den Monsun„……

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Eine Antwort to “Nationalstolz 2 – Der Weg zur Nationalhymne”


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