Tagebuch eines Suizidgefährdeten

Januar 20, 2010

17.1.2010

Liebes Tagebuch, heute haben mich wieder alle in der Klasse dumm angemacht. Sie sagten sowas wie, ich sei fett oder hätte keine Freunde. Ich kann doch nichts dafür, dass ich so schüchtern bin, ich bin eben etwas unsicher. Das ist doch kein Grund mich zu ärgern. Ich abe wegen diesem scheiß Mobbing die 3. Stunde verpasst, weil ich heulend auf der Toilette war.

18.1.2010

Der Hans hat sich heute mit dem Peter geprügelt. Danach musste der Peter abgeholt werden, weil seine Nase gebrochen war. Ich habe Angst, dass Hans es auch auf mich abgesehen hat, weil ich gesehen habe, wie er die Tür des Direktors beschmiert hat. Was soll ich nur machen? Wenn ich ihn verpetze, wird er mich fertigmachen.

19.1.2010

Johanna, ein Mädchen aus meiner Klasse hat sich heute neben mich gesetzt. Mein Herz hatte plötzlich angefangen hoch zu springen, als sie mich fragte, ob ich nicht morgen etwas mit ihr unternehmen würde. Ich habe gezittert, aber dann doch ein Treffen klargemacht. Die Jungs aus der Klasse haben mich heute auch in Ruhe gelassen. Vielelicht ist der Spuk ja jetzt vorbei.

20.1.2010

Die Welt ist ungerecht! Sie hat mich nicht verdient!

Und genau so könnte ein Tagebuchausschnitt aussehen, von einem Jugendlichen in Deutschland. Manchmal reicht wirklich nur noch ein Tropfen, der das Fass zum überlaufen bringt! Wenn man über Jahre hinweg nur gemobbt wird und dann herrscht plötzlich Ruhe, entsteht klar Hoffnung. Und wenn diese Hoffnung nun auch noch platzt, dann war es das gewesen. Psychisch instabile Menschen halten dies nicht aus. Sie wissen keinen Ausweg mehr. Und so weit darf es nicht kommen! Darum achtet darauf, dass es auch noch Menschen gibt, die zwar etwas seltsam sind und die man am liebsten den ganzen Tag dreschen könnte, weil sie eben anders sind, aber sie dennoch noch andere Probleme haben könnten. Es lässt sich natürlich nur erahnen, was dem Jungen aus dem Tagebuch an dem letzten Tag geschehen ist, vielleicht wurde er wieder gemobbt, vielleicht hat er auch eine Enttäuschung in der Liebe erlebt, wer weiß. Die Depressionen von Menschen sind nicht zu unterschätzen, egal welchen Alters. Das hat man jüngst am Beispiel Robert Enke gesehen. Niemand ist davor sicher. Wenige Sekunden entscheiden über Leben und Tod. Nur fällt man die falsche Entscheidung, kann man es nie wieder rückgängig machen, desshalb seid nicht dumm! Nehmt Hilfe entgegen oder leistet sie. Denn das Leben ist kostbar.

Die Tabelle von Wikipedia aus dem Jahr 2007 zeigt die Selbstmordrate sortiert nach Geschlecht und Alter. Man sieht also, es fängt schon im Teeniealter an und ist bei wahrscheinlich pflegebedürftigen, die keinen Sinn mehr sehen am höchsten. Doch auch die sollten noch ihr restliches Leben genießen.

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2 Antworten to “Tagebuch eines Suizidgefährdeten”


  1. […] This post was mentioned on Twitter by Hanibalbecter, Hanibalbecter. Hanibalbecter said: Tagebuch eines Suizidgefährdeten: http://wp.me/pLCjW-4Z […]

  2. Mentalisto Un Says:

    Der Tagebuchabschnitt ist viel zeinu srhr


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